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Christbaum und Hochzeit


Neulich sah ich eine Hochzeit.
      Recently I saw a wedding.
.. doch nein!
      ... but no!
Ich will Ihnen lieber von einer Christbaumfeier erzählen.
      I would rather tell you about a Christbaumfeier
      Chrisitbaumfeier is a sort of religious celebration, but I can't remember what exactly.... Christmass Eve maybe?
Die Hochzeit war schön;
      The wedding was nice
sie gefiel mir sehr, aber die andere Feier war noch schöner.
      I really enjoyed it, but the other celebration was even nicer
Ich weiß nicht warum, doch als ich die Hochzeit sah,
      I don't know why, but as I watched the wedding,
mußte ich an die Christbaumfeier denken.
      I couldn't help thinking about the Christbaumfeier.
Diese sah ich aber bei folgender Gelegenheit.
      This I saw by the following opportunity
Vor genau fünf Jahren war ich am Sylvesterabend zu einem Kinderball eingeladen,
      Exactly five years before, I had been invited to New Year’s Eve children's party.
Der Gastgeber war ein sehr bekannter Geschäftsmann mit viel Verbindungen,
      The Host as a very well know business man with many connections
Bekanntschaften und Intrigen, so daß der Kinderball wohl mehr ein Vorwand für die Eltern war, zusammenzukommen,
um auf eine scheinbar harmlose und zufällige Weise von andern,
wichtigeren Dingen zu sprechen.
      Important things to say
Ich war in die Gesellschaft ganz zufällig hineingeraten,
hatte keinerlei Beziehungen zu den interessanten Dingen,
die da besprochen wurden, und konnte daher den Abend ganz unabhängig verbringen.
Da war noch ein Herr anwesend,
wohl auch ein Fremder in der Gesellschaft,
der gleich mir ganz zufällig zu dem Familienfeste gekommen war ... Er fiel mir vor allen andern in die Augen.
Es war ein schlanker, hagerer Herr,
von sehr solidem Äußern und sehr anständig gekleidet.
Offenbar interessierten ihn die Freuden des Festes und das Familienglück sehr wenig;
sobald er in eine Ecke ging und sich unbeobachtet glaubte,
hörte er sofort zu lächeln auf und zog seine schwarzen dicken Brauen zusammen.
Außer den Hausherrn kannte er niemand von der Gesellschaft.
Man sah ihm an, daß er sich tödlich langweilte,
doch entschlossen war, die Rolle eines heiteren und fröhlichen Gastes bis ans Ende durchzuhalten.
Später erfuhr ich, daß dieser Herr aus der Provinz gekommen war,
um in der Hauptstadt irgendein sehr wichtiges und schwieriges Geschäft abzuwickeln,
daß er einen Empfehlungsbrief an den Gastgeber mitgebracht hatte,
daß dieser letztere ihn durchaus nicht con amore protegierte und ihn nur aus Höflichkeit zu seinem Kinderball geladen hatte.
Karten spielte man nicht, eine Zigarre wurde ihm nicht angeboten,
niemand zog ihn ins Gespräch – vielleicht weil man den Vogel gleich an den Federn erkannt hatte,
und so war mein Herr genötigt,
um mit seinen Händen nur etwas anzufangen,
den ganzen Abend seinen Backenbart zu streicheln.
Dieser Backenbart war aber wirklich außergewöhnlich schön.
Doch er streichelte ihn so eifrig,
daß man bei seinem Anblick entschieden denken mußte,
der Backenbart sei zuerst erschaffen worden,
und dann erst der Herr,
      The man first;
nur um ihn zu streicheln.
Außer dieser Gestalt, die am Familienglück des Hausherrn (dieser hatte übrigens sechs wohlgenährte kleine Söhne) auf die angedeutete Weise teilnahm,
erregte noch ein anderer Herr mein Gefallen.
Dieser war ganz anders geartet.
Er war nämlich eine Persönlichkeit.
Man nannte ihn Julian Mastakowitsch.
Beim ersten Blick konnte man erkennen,
daß er hier Ehrengast war und in denselben Beziehungen zum Hausherrn stand,
wie dieser letztere zu dem Herrn mit dem Backenbart.